Die Haustechnik

Die zum Einsatz kommende Haustechnik für unser KfW40-Haus ist heute eher noch selten und soll deshalb hier kurz vorgestellt werden.

1.) Der Wandaufbau

Das Haus wird in Holzständerwerk-Technik gebaut, um maximale Dämmwerte zu erreichen und auch ein wenig, weil es ökologisch und gesund ist. Das heißt, die Wände sind aus massiven Holzständern (Kerto-Schichtholz) mit einem Querschnitt von 22 cm x 6 cm (wie ein Fachwerkhaus) gebaut, die beidseitig mit Holzplatten verschlossen sind. Dazwischen wird Cellulose eingeblasen, welche einen hohen Dämmwert bringt.

Außen wird das "Mauerwerk" mit einer 6 cm dicken Weichfaserplatte verschlossen, innen mit einer 1,5 cm dicken OSB-Platte. Davor kommt von innen 1,25 cm Regips und dann wird alles verspachtelt und geschliffen.

Außen wird das Haus verputzt und in geringfügigeren Teilen der Außenfläche mit Holz verkleidet. Somit ergibt sich eine Wandstärke von ~ 31 cm mit davon gut 28 cm Dämmung und einem U-Wert von ~0,15.

Im Dach sieht der Aufbau sehr ähnlich aus, allerdings ist hier der Sparren 24 cm dick. Hier ergibt sich einen U-Wert von 0,159.

Alle Fenster sind 3-fach verglast mit einem U-Wert von 0,8 (bezogen auf das Glas).

2.) Die Heiztechnik

Die Heiztechnik besteht aus 4 Bausteinen, der Lüftung, der Solaranlage, dem zentralen Warmwasserspeicher und einem Pelletofen:

2a.) Lüftung

Das Haus ist besonders dicht gebaut, deshalb wird es ständig belüftet. Zur Lüftung wird die Luft zentral von außen angesaugt und in die Wohnräume geführt. Gleichzeitig wird in der Küche und den Bädern die Luft abgesaugt und zentral abgeführt. Die abgeführte Luft wird in einem Gegenstrom-Wärmetauscher an der angesaugten Luft vorbeigeführt, um diese anzuwärmen. Das spart Energie und schafft ein sehr angenehmes gesundes Raumklima.

(Zum Hersteller der Lüftungsanlage)

Wenn man das will, so kann man aber auch jederzeit die Fenster öffnen. Im Sommer kann man mit dem System sogar gezielt lüften und damit das Haus kühler halten.

2b.) Solaranlage

Die Solaranlage erzeugt mit ca. 11 m² Kollektorfläche warmes Wasser, das im Warmwasserspeicher als Wärmeenergie gespeichert wird und zur Warmwasserbereitung und Heizung genutzt wird. Die Anlage ist unter 48° aufgestellt und nach Süden ausgerichtet.
(Zusätzlich verbleibt auf dem Dach noch Platz für eine Photovoltaikanlage - man weiß ja nie was noch kommt …)

(Zum Hersteller der Solaranlage)

2c.) Warmwasserspeicher

Der ca. 800 Liter große Warmwasserspeicher im HWR (HausWirtschaftsRaum), speichert zum einen den Wärmegewinn der Solarkollektoren. Darüber hinaus dient er aber auch als Energiepuffer für die Pelletheizung. Mit 4 Wärmetauschern, zwei zum Aufheizen (Solar + Heizung) und zwei zur Abgabe (Warmwasser + Heizungswärme), kann er sehr vielseitig betrieben werden.

Mit anderen Worten: das warme Brauchwasser (zum Duschen, Waschen, Spülen, etc) wird kalt durch den Warmwasserspeicher geschickt und somit immer in der Menge erwärmt, die auch abgenommen wird. Darüber hinaus wird über einen weiteren Wärmetauscher im Speicherbehälter warmes Wasser für die Heizkörper entnommen.

Zur Notbeheizung hat der Speicher schließlich auch noch einen elektrischen Heizstab integriert.

2d.) Pelletofen/Pelletheizung

Wenn die Sonne mal nicht ausreichend Wärme liefert (und das ist im Winter und den Übergangsjahreszeiten der Fall), springt die Pelletheizung an und erwärmt ebenfalls das Wasser im Speicher. Dabei kommt ein so genannter Pelletofen zum Einsatz, der im Wohnzimmer aufgestellt ist und automatisch und elektronisch gesteuert betrieben wird. Der Ofen erzeugt dabei zu ca. 20% direkte Raumwärme und zu ca. 80% warmes Wasser.

Solche Öfeb gibt es bei Wodtke oder Calimax.

Eine automatische Beschickung des Ofens ist möglich und bei uns in Planung.

Bei ca. 40 kWh/m²/Jahr erwarten wir einen Verbrauch von maximal
3m³ Pellets (Pelletpreise).

 

 Luedinghausen
 
 
 
 
 
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